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Fachbeitrag

«Abnehmen wirkt wie eine Befreiung»

Von Dr. Martin Sykora - Kantonsspital Nidwalden · 2017

In der Medizin gibt es ein Umdenken in der Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2.
Statt Medikamentengabe rückt die Operation vermehrt in den Fokus.

Übergewicht ist zumeist nur das äussere Symp­tom einer komplexen Erkrankung, hierzu gehört auch der Diabetes mellitus Typ 2. Mittlerweile liegen viele hochrangige Studien vor, die zeigen, dass in der Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 eine operative Magenverkleinerung der medikamentösen Therapie bei geeigneten Patienten deutlich überlegen ist. So kann je nach Studie rund die Hälfte aller Patienten alle Medikamente absetzen, auch wenn sie zuvor hohe Dosen von Insulin spritzen mussten.
Die Folgen des Diabetes wie Nierenschäden, Leberzirrhose, Gefässverschlüsse auch am Herzen oder Sehstörungen können damit verhindert oder verbessert werden.

Gewichtsoperation bringt Überlebensvorteile für Patienten

Eine deutliche Gewichtsreduktion verändert eben­so Gelenkbeschwerden sowie das sogenannte Schlafapnoe-Syndrom. Nicht zu unterschätzen ist zudem die Entstehung von verschiedenen Krebserkrankungen, wie etwa Brust- oder Darmkrebs. Studien zeigen auch hier einen eindeutigen Überlebensvorteil der Patienten, die operiert wurden.
In der Regel werden zwei Operationstechniken durchgeführt: der Magenbypass oder der Magenschlauch. Das vor mehr als zehn Jahren häufig eingesetzte Magenband hat an Bedeutung verloren. Es gibt auch neue Abwandlungen des klassischen Magenbypasses, den sogenannten
Mini-Gastric Bypass.

Patientenbeispiel: Magen­ver­klei­nerung verhindert Bei­n­amputation

Ein 50 Jahre alter Mann litt seit Jahren an einem Diabetes mellitus und musste Insulin spritzen, was sein schweres Übergewicht von 150 Kilogramm (BMI 42,9) zusätzlich verstärkt hat. Eine der Folgen war ein sogenannter Diabetischer Fuss. Charakteristisch hierfür sind nicht heilende Entzündungen am Fuss, die auch den Knochen betreffen können. Deshalb mussten bereits mehrere Zehen amputiert werden. Da die Entzündung nicht abheilte war bereits eine grosse Amputation geplant, die jedoch dank einer Magenverkleinerung mit einem Magenschlauch abgewendet werden konnte. Ergebnis: Nach drei Jahren Gewichtsabnahme auf 106 Kilogramm heilte nicht nur die Infektion ab, auch erübrigte sich das tägliche Spritzen von Insulin.

Dr. Martin Sykora
Chefarzt Chirurgie,
Kantonsspital Nidwalden

Leiter des interdisziplinären Adipositas­­zen­trum
Zentralschweiz am Luzerner und Nidwaldner Kantonsspital

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