Betreutes Wohnen

Betreutes Wohnen hilft Suchtkranken beim Übergang in ein normales Leben

Von Peter Mueller · 2016

Auch nach Entzug und Entwöhnung brauchen Suchtkranke weitere Nachsorge, um nicht rückfällig zu werden. Einrichtungen der Wohnintegration können dabei helfen, den Übergang in einen selbstständigen Alltag zu bewältigen.

In der Therapie von Suchterkrankungen wie etwa Alkohol-, Cannabis- oder Heroinsucht, kommt der Zeit nach der akuten Entwöhnung in Spezialkliniken eine grosse Bedeutung zu. Es ist wichtig, die Betroffenen nicht wieder auf sich alleine gestellt in die alten Lebensumstände zu entlassen. Begleitete und betreute Wohnsituationen bieten dagegen ein geregeltes Umfeld. Unterstützung ist jederzeit verfügbar und es wird darauf geachtet, einen strukturierten Tagesablauf einzuüben. Auf der anderen Seite stehen ebenso Raum und Zeit zur selbstständigen Gestaltung des eigenen Lebens zur Verfügung, sodass eigene Kompetenzen gestärkt werden können. Neben der Betreuung der Suchterkrankung wird grosser Wert auf eine psychosoziale Begleitung gelegt. Wohnintegration kann auf diese Weise ein Sprungbrett zu unabhängigem Wohnen sein. Für Menschen mit chronischen Abhängigkeitsstörungen oder eingeschränkten Entwicklungsperspektiven stellen solche Wohnangebote auch eine dauerhafte Lösung dar.

Abstinenz ist die Grundvoraussetzung für eine Aufnahme

Die Aufnahme in ein integriertes Wohnprojekt ist Teil der Nachsorgephase bei Suchterkrankungen, nachdem Entgiftung und Entwöhnung bereits durchlaufen worden sind. Die Bereitschaft zur Abstinenz ist dementsprechend eine Grundvoraussetzung für die Aufnahme in eine Wohngruppe. Die gesundheitliche Verfassung der Betroffenen sollte ebenfalls schon grundlegend stabil sein, damit die Anforderungen des Alltags weitgehend selbstständig bewältigt werden können. Im Verlauf des Aufenthalts werden konkrete Zielvereinbarungen bearbeitet. Von einer intensiv betreuten Gruppe im Haus kann der Weg dabei zu einer offeneren Aussenwohngruppe führen. Gegenseitiges Verständnis und Unterstützung durch Mitbewohner mit ähnlichen Erfahrungen helfen bei der Verarbeitung des Erlebten.