Hausarztmedizin

Der Arzt unseres Vertrauens

Von Katja Müller · 2017

Hausarzt oder -ärztin leisten die Erstversorgung und den ganzheitlichen Blick auf den Patienten.

Ob grippaler Infekt, Rücken- oder Magenschmerzen – viele Gründe führen zum Mediziner. In den meisten Fällen ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner für alle medizinischen Probleme.

Rund 60 Prozent der Schweizer zwischen 15 und 34 Jahren gehen mindestens einmal pro Jahr zum Hausarzt. Bei den über 65-Jährigen sind es sogar 82 Prozent.
Das zeigt: Die Bedeutung der Hausärzte für die gesamte Gesellschaft ist hoch. So wurde erst im Mai 2014 ein neuer Artikel zur medizinischen Grundversorgung in die Bundesverfassung aufgenommen, in dem die Hausarztmedizin als ein wesentlicher Bestandteil eben dieser anerkannt wird.
Dennoch gilt das Berufsbild des Hausarztes bei vielen Absolventen als wenig attraktiv. Mit gravierenden Folgen: Denn auch in Zukunft werden immer mehr Grundversorger in den Ruhestand gehen. Dabei ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle, wenn wir krank werden, uns unwohl fühlen oder Schmerzen haben. Idealerweise kennt er die Vorgeschichte seiner Patienten bereits, weiss um Krankheiten in der Familie und kann die akuten Leiden in ein Gesamtbild einordnen.

Gatekeeper des Gesundheitssystems

Hausärzte leisten Erstversorgung, behandeln akute Leiden und stellen die Langzeitbehandlung der Patienten sicher. Laut Berufsverband «mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz» erbringen sie 90 Prozent aller Behandlungen ohne Überweisungen an Spezialisten oder das Spital. Der Hausarzt wird oft auch als «Gatekeeper», als eine Art Lotse durch das Gesundheitssystem bezeichnet. Denn wann immer er nicht in der Lage ist, das Problem mit seinem Patienten zu lösen, kann er ihn an die zuständigen Spezialisten wie beispielsweise Orthopäden, Neurologen oder Kardiologen überweisen.
Gleichzeitig behält er den Überblick, bei ihm laufen die Fäden zusammen. Diese Bedeutung messen ihm auch die Krankenversicherungen bei, die mitunter in ihren Tarifen darauf abzielen, bei Beschwerden zunächst den Hausarzt aufzusuchen.