Psychische Erkrankungen

Gefangen im Hams­terrad

Von Tobias Lemser · 2016

Stress ist einer der Auslöser für psychische Erkrankungen wie das Burnout-Syndrom.
Um Dauerbelastungen zu entgehen, ist ein effektives Zeitmanagement wichtig.

Nach einer langen und anstrengenden Arbeitswoche erschöpft zu sein, ist völlig normal. Jeder kennt das und weiss, wie man zu neuer Kraft kommt – entweder durch ausspannen, ausschlafen oder indem man sich etwas Gutes tut, wie etwa ein Wochenendtrip in die Berge. Doch was ist, wenn dies nicht fruchtet und der Akku trotzdem leer bleibt? Spätestens dann wird es kritisch. Denn verdrängen und tabuisieren Betroffene typische Symptome, wie langanhaltende chronische Müdigkeit und seelische Erschöpfung, droht das gefürchtete Burnout-Syndrom. Weitere Anzeichen sind psychische Veränderungen, wie erhöhte Gereiztheit, innere Unruhe, aber auch Frustration, Sinnlosigkeitsgefühle und Abstumpfung. Laut einer 2014 veröffentlichten Studie der Universität Bern fühlt sich ein Viertel aller Erwerbstätigen ziemlich oder sogar stark erschöpft. Rund sechs Prozent der Arbeitnehmer seien demnach so stark belastet, dass sie am Rande eines Burnout-Syndroms stehen. Betroffene werden arbeitsunfähig und benötigen therapeutische Hilfe. 

Zeitmanagement wirkt präventiv

Damit es soweit nicht kommt, bleibt nur eins: rechtzeitig die Reissleine ziehen. Da Stress der häufigste Auslöser für Burnout ist, gilt es, den Alltag unter die Lupe zu nehmen. Wer kleine Bildschirmpausen in die Abläufe einbaut und den bevorstehenden Arbeitstag exakt strukturiert und lediglich rund zwei Drittel des Tages fest verplant, kann hinzukommende, unerwartete Aufgaben stressfreier bewältigen. Überschreitet das Arbeitspensum dennoch den zeitlichen Rahmen, ist es sinnvoll, sich auf die Kernaufgaben zu konzentrieren. Und wieso nicht einfach mal Aufträge delegieren, verschieben oder auch ganz absagen? Auch das will gelernt sein, genauso wie auf Vorgesetzte zuzugehen und zeitliche Probleme offen anzusprechen – damit das Hamsterrad gar nicht erst ins Drehen kommt.