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Unternehmensbeitrag / Interview

«Häufig liegt es gar nicht an der Pumpkraft»

Von Dr. med. Jan Signorell FMH Innere Medizin und Kardiologie Medizinisches Zentrum gleis d in Chur · 2019

In der Schweiz leiden schätzungsweise 200’000 Menschen unter einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Warum nicht allen effektiv mit Medikamenten geholfen werden kann, erläutert Dr. med. Jan Signorell.

Wann spricht man von einer Herzinsuffizienz?

Früher sprach man von einer Herzschwäche, wenn der Herzmuskel aufgrund einer reduzierten Pumpkraft nicht mehr in der Lage ist, die Organe ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Dies trifft jedoch gemäss unserem modernen Verständnis der Herzinsuffizienz nicht bei allen Patienten zu.

Warum?

Bei einem grossen Teil herzinsuffizienter Patienten ist die Pumpkraft normal oder sogar sehr kräftig! Das Problem ist hier vor allem eine gestörte Herzfüllung, welche meist durch eine Versteifung des Herzmuskels bedingt ist. Es bestehen aber die gleichen Symptome wie bei den Patienten mit reduzierter Pumpkraft, zum Beispiel bei jenen mit einem Bluthochdruck-Herz. Man spricht deshalb heute von einer Herzschwäche, wenn entweder die Pumpkraft reduziert und/oder die Füllung des Herzens gestört ist. Zudem müssen die typischen Symptome einer Herzschwäche vorliegen.

Welche sind das?

Typisch sind eine neu aufgetretene Leistungsminderung mit Kurzatmigkeit oder auch nur eine allgemeine Abgeschlagenheit. Des Weiteren kommt es zu Wassereinlagerungen, sprich Ödemen in Lunge, in den Beinen oder im Bauch. Häufig klagen Betroffene auch über Atemnot in der Nacht und müssen mit aufrechtem Oberkörper schlafen. Ein Herzultraschall verschafft hier Klarheit und gibt oft auch direkt Aufschluss über die Ursache der Herzschwäche.

Welche Therapien helfen bei Herzinsuffizienz?

Es gibt Medikamente, welche allerdings nur bei Patienten mit reduzierter Pumpkraft sowohl Lebensqualität als auch Prognose verbessern. Eine spezifische medikamentöse Therapie für Patienten mit erhaltener Pumpkraft gibt es derzeit noch nicht. Dies ist aber Gegenstand aktuell laufender klinischer Studien. Hier gilt es insbesondere, Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht optimal zu behandeln. Wichtig ist in jedem Fall auch die Patientenschulung, um Alarmsymptome wie etwa einen plötzlichen Gewichtsanstieg erkennen zu können, damit rechtzeitig ärztliche Hilfe erfolgen kann.

Im Interview

Dr. med. Jan Signorell

FMH Innere Medizin und
Kardiologie

Medizinisches Zentrum
gleis d in Chur
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