psychosomatische Erkrankungen

Körper und Seele werden eins

Von Gabriele Hellwig · 2014

Bei manchen Beschwerden kommt der Hausarzt nicht weiter. Der Grund: Die Schmerzen oder Krämpfe sind psychisch verursacht. Millionen von Menschen leiden unter solchen sogenannten psychosomatischen Erkrankungen.

Herzklopfen vor dem ersten Rendezvous, feuchte Hände vor einer wichtigen Prüfung – das alles sind Signale unseres Körpers, die vielfach nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Doch es gibt auch Symptome, die sich nicht von allein zurückbilden: Ängste, Schmerzen oder Depressionen. Sie können das Leben stark beeinträchtigen. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wirken sich Depressionen und Angstzustände stärker auf die Arbeitsfähigkeit und das tägliche Leben aus, als chronische körperliche Leiden. Psychische Störungen können zu einem Verlust an Motivation, Selbstvertrauen, Konzentration und Energie führen.
Das Problem: Psychische Störungen werden oft erst spät erkannt. Viele Betroffene gehen von einem Arzt zum anderen – und niemand findet die eigentliche Ursache für die körperlichen Beschwerden. Die Patienten fühlen sich nicht ernst genommen, die Arzt-Odyssee geht weiter. Die Beschwerden werden schlimmer.

Gefühle und den Körper wahrnehmen

Der richtige Ansprechpartner in solchen Fällen ist ein Arzt für Psychosomatik. Hier werden Körper und Seele gleichermassen in die Behandlung mit einbezogen. Es gibt verschiedene Therapieansätze, um Patienten mit psychosomatischen Beschwerden zu helfen. Vor allem die «Integrative Körperpsychotherapie» hat sich bewährt. Die Integrative Körperpsychotherapie ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren. Der Name ist Programm: Im Zentrum steht die Integration von Körperwahrnehmungen, Gefühlen und persönlichen Erfahrungen. Dabei wird weniger über Gefühle gesprochen, als dass vielmehr die Möglichkeit geboten wird, diese direkt zu erfahren und auszudrücken. Die Aufmerksamkeit gilt gleichermassen den Gedanken, bildhaften Vorstellungen und Körperwahrnehmungen.
Das Ziel: Veränderungen sowohl auf der Körper-, als auch auf der Gefühls- und  Handlungsebene zu erlangen. Dabei werden alle Lebensbereiche mit einbezogen, sei es beruflich, familiär, partnerschaftlich oder gesundheitlich.