Interview

«Natürliche Geburten und sinkendes Testosteron können zum Desaster werden»

Von Dr. Kish, Aesthetic Center · 2015

In der Schweiz spricht man nicht über Geld, ungern über Sex und schon gar nicht über Plastische Chirurgie. Dabei wäre das für viele Paare dringend nötig, wie Schönheitschirurg und Gynäkologe Dr. Deniel Kish weiss.

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht ein befriedigendes Sexualleben in Beziehungen?

Sehr wichtig. Es ist jedoch auch Fakt, dass in vielen Schlafzimmern Männer und Frauen sich schwer tun damit, Unzulänglichkeiten im Bett anzusprechen. Wenn der Mann höflich ist, kann er zu seiner Partnerin nicht sagen: «Schätzeli, deine Vagina ist doppelt so breit wie am Anfang.» Ihm fällt es zudem schwer zu akzeptieren, dass sein Penis im Laufe der Zeit kleiner wird. Darüber reden wollen die wenigsten Männer. Die Frau beklagt sich wiederum aus Rücksicht nicht über den unbefriedigenden Sex. Die Diskrepanz zwischen den Genitalien wird immer grösser und es kommt zu einer Abnahme der Leidenschaft. Die Folgen sind statistisch belegt: Rund die Hälfte der Ehen endet in einer Scheidung. Dass dies eine direkte Konsequenz einer unglücklichen Sexualbeziehung ist, wäre wohl zu hoch gegriffen. Was wir aber aus Erfahrung wissen, ist, dass die Sexualität als einer der wichtigsten Faktoren für eine glückliche Beziehung angesehen wird.

Welche Ursachen haben die intimen Probleme, die Sie gerade angesprochen haben?

Wenn eine Frau beispielsweise mehrere Kinder auf natürlichem Weg geboren hat, vergrössert sich naturgemäss ihre Vagina. Der Grund für das Phänomen des schrumpfenden Glieds beim Mann liegt darin begründet, dass er einen Klimax-ähnlichen Prozess, die sogenannte Andropause, durchläuft, die mit einer androgenen Hormonsenkung einhergeht. Bei der Majorität der Männer beginnt sie ab dem 30. Lebensjahr und führt zu einer Verkleinerung und Verkürzung des Penis. Zwischen dem 30. und 70. Lebensjahr verliert der Mann ein bis zwei Zentimeter der Penislänge und 20 bis 30 Prozent des Penisvolumens.

Welche Verfahren kommen in der Intimchirurgie zum Tragen? Und mit welchen Kosten muss Frau oder Mann rechnen?

Fakt ist, dass immer mehr Frauen ihre Genitalien modifizieren lassen. Mit dem Ziel, ihr Sexualleben zu verbessern. Bei einer vergrösserten Vagina erfolgt ein keilförmiger Herausschnitt von Teilen der Vaginalwand, verbunden mit einer Vaginalstraffung, indem die Wand durch Nähte in engerer Position wieder zusammengeführt wird. Die Kosten belaufen sich auf 6'800 Franken. Auf der anderen Seite unterziehen sich immer mehr Männer einer Penisvergrösserung. Die Kosten für eine Penisverdickung oder eine Penisverlängerung betragen rund 9'500 Franken. Eine Penisvergrösserung kostet also so viel wie eine Brustvergrösserung und eine Vaginalstraffung rund die Hälfte. Beide Eingriffe dauern ungefähr eineinhalb Stunden und nach vier Stunden ist der Patient wieder zu Hause. Es gibt also eine Lösung für jedes Problem, auch für unbefriedigenden Sex. Auf diese Weise kann man durchaus vielen Scheidungen vorbeugen.

Welche Tipps haben Sie für Paare?

In erster Linie geht es in einer Beziehung um einen offenen und ehrlichen Austausch. Jeder Mensch hat auf dem Gebiet der Sexualität gewisse Vorlieben und Bedürfnisse, die innerhalb einer Partnerschaft Erfüllung finden sollten. Darüber sollten Partner von Beginn ihrer Bekanntschaft an offen sprechen. Doch nicht nur zu Beginn der Beziehung, sondern auch nach Jahren oder Jahrzehnten sollte die Kommunikation über die schönste Sache der Welt nicht abgebrochen werden. Durch gute Kommunikation mit dem Partner kann man herausfinden, wie der Partner über das Intimleben denkt und was eventuell verändert oder verbessert werden kann. Wichtig ist dabei, dass Sex Spass macht und als Ergänzung einer erfüllten Beziehung angesehen wird. Geht es nicht nur um Vorlieben oder Wünsche, sondern um körperliche Probleme im Intimbereich, kann die Intimchirurgie ins Spiel kommen. Sie ist allerdings die Disziplin, die in der Schönheitschirurgie am wenigsten öffentlich thematisiert wird. Doch die Entwicklung zeigt, dass Intimchirurgie immer weniger ein Tabu ist und viele Betroffene sich professionelle Hilfe holen, beziehungsweise die Möglichkeiten der Plastischen Chirurgie für sich nutzen. Das ist gut so, denn für die meisten ist eine Partnerschaft oder Ehe ohne Sex nicht vorstellbar.

 

Im Interview

Dr. med. Deniel Kish
Dr. Kish Aesthetic Center
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8002 Zürich, Schweiz
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