Krebs in der Schweiz

Prognosen verbessern

Von Tobias Lemser · 2019

Rund 317’000 Menschen in Schweiz leben mit der Diagnose Krebs. Bei rund 200’000 von ihnen liegt der Therapiebeginn mehr als fünf Jahre zurück – auch dank erfolgreicher Forschung.

Es ist die Diagnose, die einem den Boden unter den Füssen wegzieht: Krebs. Wie wird es weitergehen, werde ich jemals wieder gesund? Die alles entscheidende Frage überhaupt,
denn schweizweit zählen Tumorerkrankungen gleich nach Herz-Kreislauf-Leiden zu den
häufigsten Todesursachen. Laut aktuellster Zahlen aus dem Dezember 2018 starben im Jahr 2016 rund 17’200 Menschen in der Schweiz an Krebs. Demgegenüber stehen jährlich rund 40’500 Neuerkrankungen. Während bei Männern Prostatakrebs mit rund 6’100 Neudiagnosen vor Lungen- und Dickdarmkrebs die Liste anführt, ist bei Frauen mit 6’000 neuen Fällen Brustkrebs am häufigsten, gefolgt von Dickdarm- und Lungenkrebs. Die gute Nachricht: Es gibt immer wirkungsvollere Therapien, die helfen, die Erkrankung zu heilen respektive in Schach zu halten.

Auch weiss man inzwischen immer besser, welche Behandlung am effektivsten sein könnte.
So haben beispielsweise Schweizer Forscher vom Universitätsspital Basel im vergangenen Jahr eine Methode entwickelt, um vorhersagen zu können, wann eine Immuntherapie bei Krebspatienten Erfolg haben wird. Sie fanden heraus, dass die Abwehrzellen mit besonders viel PD-1, einem Oberflächenprotein, den Tumor am besten aufspürten. Ausserdem stellten die Forscher fest,
dass diese PD-1-reichen Zellen einen Botenstoff bilden, der weitere Abwehrzellen anlocke – wichtige Infos, da bis heute nur wenige Patienten von einer Immuntherapie profitieren können. Trotz vielversprechender Forschungsergebnisse, die uns fast tagtäglich erreichen, steht die Wissenschaft noch immer vor vielen bislang ungelösten Rätseln. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, Risikofaktoren wie das Rauchen, bestimmte Umwelteinflüsse und Übergewicht nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Neben gesunder Ernährung und viel Bewegung ist die Krebs-Früherkennung ein weiterer wichtiger Baustein im Kampf gegen den Krebs. Zwar können die turnusmässigen Untersuchungen das Tumorwachstum nicht verhindern, jedoch helfen, sie bereits im Anfangsstadium zu diagnostizieren und somit die Überlebenschancen erheblich zu erhöhen.