Versicherungen

Rundumschutz für die Gesundheit

Von Tobias Lemser · 2017

Für ein sorgenfreies Familienleben sollte man sich von Beginn an auch mit der Frage auseinandersetzen, wie alle Familienmitglieder im Fall von Krankheit optimal abgesichert sind.

Wer als Schweizer Bürger erkrankt oder einen Unfall erleidet, erhält Leistungen aus der Grundversicherung. Doch dies allein reicht nicht aus, um die Familie gegen Krankheiten finanziell abzusichern.

Ob ein verstauchter Fuss beim Treppenlaufen, Herzrhythmusstörungen oder ein grippaler Infekt: Es gibt viele Gründe, einen Arzt aufzusuchen. Oft ist die medizinische Versorgung sogar lebensrettend, wie etwa nach einem Herzinfarkt oder Hirnschlag. Auch wenn die Heilung zunächst einmal im Vordergrund stehen sollte, klar ist aber auch: Erstklassige Therapien sind teuer und wären ohne Versicherungsschutz für jeden Einzelnen und Familien kaum bezahlbar.

Basisschutz Grundversicherung

Hierfür unerlässlich ist die Grundversicherung, die seit 1996 für alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz obligatorisch ist. Laut Krankenversicherungsgesetz steht sie bei Krankheit, Mutterschaft und bei Unfällen, die durch die Unfall-Versicherung nicht gedeckt sind, zur Seite. Übernommen werden grundsätzlich Arztbesuchskosten, ambulante und Spital-Behandlungen sowie ärztlich verschriebene Medikamente. Um diese Basisversicherung abzuschliessen, kann man sich an die Krankenkasse seiner Wahl wenden.

Mehr als 80 Prozent der Schweizer Versicherten haben eine Zusatzversicherung.

Das Gute: Der Leistungs­katalog der gesetzlichen Krankenversicherung ist bei allen Krankenkassen derselbe, allerdings unterscheidet sich die Beitragshöhe nach Wohnort, Franchise, Versicherungsmodell und Alter des Versicherten. Wie hoch die Prämie letztlich ausfällt, hängt ebenso vom Versicherungsmodell ab – etwa davon, ob sich der Versicherte für das Hausarzt- oder HMO-Modell entscheidet. Bei diesem alternativen Modell können Versicherte 25 Prozent an Beitragskosten im Vergleich zum Standard-Modell sparen, sind jedoch dazu verpflichtet, im Krankheitsfall immer zuerst eine bestimmte HMO-Praxis aufzusuchen.

Zusatzversicherungen

Wem die obligatorische Grundversicherung allein nicht ausreicht, kann für sich und seine Familie eine private Zusatzversicherung abschliessen. Mehr als 80 Prozent der Schweizer Versicherten machen davon Gebrauch. Neben Spital- gibt es ebenso ambulante Zusatzversicherungen, die etwa Massnahmen zur Gesundheitsvorsorge, Rettungs- und Bergungskosten oder Aufwendungen für Zahnbehandlungen und kieferchirurgische Zahnstellungskorrekturen übernehmen. Auch wenn sich die Leistungen normalerweise auf einen jährlichen Maximalbetrag beschränken, ist es ratsam, vor dem Abschluss einer Zusatzversicherung die Leistungen sorgfältig zu prüfen und sich vor der Therapie die Kostenübernahme schriftlich bestätigen zu lassen. Fakt ist auch: Privatversicherer können es ablehnen, jemanden in eine Zusatzversicherung aufzunehmen. Und nicht nur das: Wer sich zusätzlich versichern will, ist verpflichtet, dem Versicherer Auskünfte über seinen Gesundheitszustand zu geben. So wirkt sich bei manchen Versicherern ein ungesunder Lebensstil nachteilig aus.

Vorgeburtlich abgesichert

Für werdende Eltern kann zudem eine Police bei einer vorgeburtlichen Krankenkasse sinnvoll sein. Die sogenannte vorgeburtliche Anmeldung des Ungeborenen schützt sowohl Eltern als auch das Kind selbst im Fall von Komplikationen oder Krankheiten. Um aus einem Dschungel an Prämien von mittlerweile über 25 Versicherungsgesellschaften die Passende ausfindig zu machen, lohnt sich ein Blick ins Internet auf entsprechende Vergleichsportale.

Finanziell vorbeugen

Anders, wenn plötzlich eine schwer heilbare Erkrankung ein Eltern­teil trifft, und der bislang gewohnte Lebensstandard nicht beibehalten werden kann. Um diesem drastischen Einschlag im Leben zumindest finanziell vorzubeugen, bieten sogenannte Dread-Disease-Versicherungen Schutz. Sinnvoll ist diese Absicherung vor allem dann, wenn aufgrund bestimmter Vorerkrankungen der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist. In der Regel zahlt die Dread-Disease-Versicherung den Patienten selbst und deren Angehörigen eine im Voraus vereinbarte Einmalsumme aus. Fakt ist: Um die passende Grund- oder Zusatzversicherung für die gesamte Familie zu finden, ist ein Vergleich der verschiedenen Anbieter sinnvoll. Wem dies zu aufwändig ist, kann ebenso unabhängige Versicherungsvermittler einschalten – mit dem Ziel, als Versicherte und Angehörige nicht neben der Erkrankung auch noch in wirtschaftliche Nöte zu geraten.