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Fachbeitrag

Sind Stress und Burn-out messbar?

Von Dr. med. univ. (A) Elvira Manssuri, Praxisgemeinschaft Dr. Schmit · 2017

Dr. med. univ. (A) Elvira Manssuri, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie

Viele Menschen mit Erschöpfung fühlen sich nicht ernst genommen und haben das Gefühl, dass körperliche Ursachen vorhanden sind. Woran es in diesen Fällen fehlt, ist die Anwendung einer erweiterten Diagnostik.

Meist bekommen Betroffene, die zu uns in die Praxisgemeinschaft Dr. Schmit kommen, Folgendes von anderen Ärzten zu hören: «Es ist alles in Ordnung, die Laborwerte sind komplett unauffällig». Mit den Laborwerten allein ist es aber nicht getan. Mittels unseren erweiterten Mess- und Therapiemethoden können wir abseits des Mainstreams mehr Möglichkeiten anbieten.
Bei der Befundbesprechung sind unsere Patienten grossteils erfreut und dankbar, dass man endlich «etwas gefunden hat» und sie behandeln kann – mit Aussicht auf Besserung.

Stressabbau ist heutzutage schwieriger

Allein diese positive Aussicht, lässt den Stresspegel schon ein wenig sinken. Stress entsteht, wenn die eigenen Möglichkeiten zur Bewältigung einer schwierigen Situation als gering oder erst gar nicht vorhanden eingeschätzt werden. Die normale und gesunde körperliche Reaktion auf Stress führt zum Beispiel zu einer flachen und beschleunigten Atmung, einem Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks, einer erhöhten Muskelaktivität und Schwitzen. Früher, vor 10’000 Jahren, war diese Reaktion nicht selten im Kampf um unser Dasein notwendig, wenn unsere Vorfahren durch einen Säbelzahntiger bedroht wurden. Eine derartige Anpassung an eine bedrohliche Situation stellte das menschliche Überleben sicher. Nach erfolgter Flucht oder Kampf konnte unser Organismus den Gegenspieler des Sympathikus, das parasympathische Nervensystem aktivieren, was entspannend wirkt, zufrieden macht und sowohl Puls als auch Blutdruck senkt.
Leider ist die typische Stressreaktion «Fight-or-Flight» (Kampf oder Flucht) im heutigen Büroalltag nicht gut möglich. Dennoch sind Stressoren heutzutage vielfältig: permanente telefonische Erreichbarkeit, E-Mail-Fluten, (meist negative) Nachrichten, Alltagssorgen, Ängste, Ärger über den Chef, die Liste ist lang und dementsprechend häufig(er) entwickeln wir körperliche Reaktionen.

Chronischer Stress und seine Folgen

Durch chronischen Stress wird der Körper wiederholt auf maximale Leistung gebracht, allerdings ohne dass eine Gewöhnung an den Stressor erfolgt. In Folge können sich die körpereigenen Regulationssysteme nicht mehr ausreichend oder nur sehr langsam erholen und kehren meist verspätet in den Ruhezustand zurück. Dies kann zu einer Reihe körperlicher Erkrankungen führen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte, eine fehlende Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol von der Nebennierenrinde und rezidivierende Entzündungen sowie körperliche und geistige Erschöpfung. Aufgrund der zunehmend höheren Leistungsanforderungen durch Arbeitgeber aber auch durch uns selbst, die wir auch am Wochenende immer höher und weiter hinaus wollen, nehmen Müdigkeit und Erschöpfungssyndrome immer mehr zu, was sich auch an den Beschwerden unserer Patienten widerspiegelt.

Den genauen Ursachen auf den Grund gehen

In der Praxisgemeinschaft Dr. Schmit versuchen wir, nicht rein symptomatisch zu behandeln, sondern mittels verschiedener Untersuchungen erst einmal die Wirkung und Ursachen der Erkrankung aufzudecken und diese anschliessend mittels interdisziplinärer Strategie gezielt in Angriff zu nehmen. Bei chronischem Stress, wie er heute praktisch an der Tagesordnung ist, erschöpft die Nebenniere mit der Zeit und schüttet immer weniger Cortisol, aber auch Adrenalin und Noradrenalin aus. Ausgebrannt sein ist eine typische Nebennierengeschichte, die sich sehr gut anhand eines Speicheltests nachweisen lässt. Die Testung des Speichelcortisol-Tagesprofils gibt Auskunft über den aktiven und damit frei verfügbaren Anteil des Gesamthormons und beschreibt damit wesentlich besser kurzfristige Schwankungen der Nebennieren-Ausschüttung.
Zum Glück kommt es nur sehr selten zu einem kompletten Funktionsverlust der Nebenniere, dem sogenannten Morbus Addison. Er kann im Blut und mittels eines speziellen Stimulationstests nachgewiesen und durch den Endokrinologen ausgeschlossen werden.

Wichtig ist eine ganzheitliche Betrachtung

Es existieren wesentliche Faktoren, die unsere Leistungsfähigkeit verbessern und damit unsere Stressresistenz unterstützen, ebenso wie bestimmte Mängel einen negativen Einfluss haben und auch auf Molekularebene Zellstress und antioxitative Reaktionen begünstigen können.
Diese lassen sich ebenfalls sehr exakt durch erweiterte Diagnostik bestimmen. Auch eine Störung der Neurotransmitter kann bei körperlichen und geistigen Tiefs eine wichtige Rolle spielen.
Eine medizinische Behandlung ist spätestens dann indiziert, wenn die Patientin oder der Patient einen subjektiven Leidensdruck verspürt oder Störungen in bestimmten Funktionsbereichen vorliegen (z. B. Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit, Gedankenkreisen, Migräne, sozialer Rückzug, Muskelverspannungen, Erschöpfung). Symptome können sich natürlich auch im Magen-Darm-Bereich etwa in Form eines Reizdarms oder Reizmagens manifestieren. Da durch chronischen Stress bedingte Folgeschäden unterschiedliche körperliche Erkrankungen hervorrufen, haben die Betroffenen meist schon einen langen Beschwerdeweg hinter sich.

Therapie: Bündel an individuellen Massnahmen

Wenn alle Werte abgeklärt sind, empfehlen wir unterschiedliche natürliche Massnahmen zum Ausgleich. Zudem werden mit dem Patienten Bewältigungsstrategien erarbeitet. Die Ergänzung von Mikronährstoffen spielt eine entscheidende Rolle. Fundierte Untersuchungen zeigen, wie die orthomolekulare Medizin aber auch Phytotherapeutika unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden sowie unsere Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen können. Neben krankheitsspezifischen Interventionen ist meist eine individuelle stressbezogene Behandlung indiziert, welche sich mit der Entstehung der Stresssituation, den persönlichen Ressourcen und der persönlichen Einstellung zur Bewältigung der schwierigen Situation auseinandersetzt. Stressfördernde Einstellungen wie Perfektionismus müssen gezielt hinterfragt werden. Positive Aktivitäten sollen wieder aufgebaut werden. Mithilfe der Herzratenvariabilität lässt sich gezielt und individuell untersuchen, wie es mit der Entspannungsfähigkeit aussieht.

Zur Autorin

Dr. med. univ. (A) Elvira Manssuri
Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie
Praktische Ärztin FMH, Executive Master of Business Administration, Ganzheitsmedizin, Herzratenvariabilität,
Orthomolekulare Medizin

Praxisgemeinschaft Dr. Schmit
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