Rückenschmerzen

Wenn das Kreuz streigt

Von Tobias Lemser · 2018

Rückenbeschwerden sind die Volkskrankheit Nummer eins. Stecken die Bandscheiben dahinter, gilt es abzuklären, ob eine konservative oder operative Therapie sinnvoll ist.

Ob nach einer langen Autofahrt, einseitiger Garten- oder Hausarbeit: Rückenschmerzen kennt so gut wie jeder. Nach Angaben der Rheumaliga Schweiz leiden rund 80 Prozent der Erwachsenen einmal oder wiederholt im Leben an Rückenschmerzen. Das Gute: Eine Vielzahl an Kreuzschmerzen ist auf Muskelverspannungen zurückzuführen und daher zumeist harmlos. In der Regel verschwinden die Beschwerden innerhalb weniger Tage oder Wochen wieder. Doch was ist zu tun, wenn die Schmerzen hartnäckig bestehen bleiben? Nicht selten stecken eine Spinalkanalverengung oder ein Bandscheibenvorfall dahinter. Hervorgerufen wird dieses Rückenleiden durch eine Auswölbung der Bandscheibe, die auf die Nerven drückt und oftmals starke Schmerzen auslöst. Grundsätzlich kann ein Bandscheibenvorfall in jedem Bereich der Wirbelsäule auftreten. In mehr als 90 Prozent der Fälle ist jedoch die Lendenwirbelsäule betroffen.

Symptome abklären lassen

Anzeichen sind Schmerzen und Sensibilitätsstörungen im Rücken, die sich zum Teil bis in den Fuss erstrecken können. Spätestens dann sollte man einen Spezialisten aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Schonung in der akuten Phase, Medikamente und Physiotherapie führen häufig zu einer Schmerzlinderung. Halten die Beschwerden dennoch an oder kommt es sogar zu einem Kraftverlust, sollte man eine operative Entlastung prüfen. Noch besser, wenn es gar nicht erst so weit kommt. Zwar kann man einem Bandscheibenvorfall nicht direkt vorbeugen, jedoch lässt sich mit rückenstärkenden Massnahmen das Risiko hierfür erheblich verringern. Neben gezieltem Rücken- und Bauchmuskeltraining, das die Wirbelsäule entlastet, sollte man Übergewicht und langanhaltende, monotone Tätigkeiten im Sitzen vermeiden. Ist dies aus beruflichen Gründen nicht möglich, ist es wichtig, häufig die Sitzposition zu wechseln und zwischendurch öfter mal Pausen im Stehen zu machen.