Rheuma und Arthrose

Wenn sich Gelenke aneinander reiben

Von Katja Müller · 2017

Der Verlauf einer Erkrankung und das Ansprechen auf eine Therapie können von Patient zu Patient äusserst unterschiedlich ausfallen.

Schmerzende und steife Gelenke, verminderte Beweglichkeit, Schwellungen, Müdigkeit: Rheumatische Erkrankungen wie etwa Arthrose lösen oft eine Vielzahl von Beschwerden aus.

Der Begriff «Rheuma» stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie Fluss oder Strömung. Eine konkrete Diagnose ist er indes nicht, vielmehr ist Rheuma eine Art Sammelbegriff für zahlreiche Erkrankungen des sogenannten «rheumatischen Formenkreises». Betroffen ist vor allem der Bewegungsapparat des Körpers – Knochen, Gelenke oder Weichteile. Unterschieden wird zwischen entzündlichen Formen wie etwa der rheumatoiden Arthritis und nicht-entzündlichen wie den Arthrosen. Letztere bezeichnen einen Abbau des Knorpels, mit dem die Gelenke überzogen sind. Im schlimmsten Fall reibt gar Knochen an Knochen. Typische Beschwerden: Gelenkschmerzen am Morgen oder nach Belas­tung, steife Gelenke insbesondere nach längerer Ruhepause oder auch Schwellungen. Und sie sind keine Seltenheit, denn von Erkrankungen dieser Art sind hierzulande laut der Rheumaliga Schweiz rund zwei Millionen Menschen betroffen.

Volkskrankheit Rheuma

Die jüngste Schweizerische Gesundheitsbefragung ergab, dass 7,3 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren in den letzten zwölf Monaten wegen Arthrose oder Arthritis ärztlich behandelt wurden. Bei den über 75-Jährigen waren es 21 Prozent. Warum aber kommt es zu Arthrose oder Arthritis? Die Ursachen sind nicht abschliessend ergründet. Im Falle der Arthrose gibt es jedoch Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, Übergewicht, übermässige Belastung der Gelenke oder erbliche Veranlagung. Die rheumatoide Arthritis wiederum zählt zu den Autoimmunerkrankungen.
Beide aber haben eines gemeinsam: Sie gelten als nicht heilbar. Dennoch gibt es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten, die unter anderem die Symptome lindern können. Hierzu zählen zum Beispiel Medikamente wie Schmerzmittel, nicht-steroidale Antirheumatika oder Kortison-Präparate. Auch Physio- und Ergo­therapie können helfen. In schweren Fällen kommen auch Operationen infrage.